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über uns

Die Institution des Dzemat wird ihrem Namen sowohl im eigentlichen Sinn, wie auch formal mehr als gerecht. Der «Dzemat der Islamischen Gemeinschaft Bosniens Zürich» (Unter dem Begriff «Zürich» meint man hier den Kanton Zürich. Geographisch erstreckt sich der Dzemat auch noch über Teile der Kantone Aargau, Schaffhausen, St. Gallen, Schwyz und Zug) ist eigentlich ein Begriff für viele Aktivitäten geistlicher, religiöser, erzieherischer, kultureller, sozialer und sportlicher Art. Er ist gleichzeitig ein islamisches Zentrum, eine geistige Oase, die Wiege der Bosniaken, ein Bildungszentrum, ein Kultur- und Sportzentrum, ein Jugendzentrum, ein Ort der gesellschaftlichen Integration, ein Ort der innermuslimischen Integration und ein Zentrum des Dialogs – sowohl innermuslimischer als auch interreligiöser Art.

Die religiösen und pädagogischen Aktivitäten unserer Gemeinschaft passen in kein Standard-Schema, weil der Dzemat keine klassische Moschee, keine klassische Schule, keine klassische Kultur- oder Sportgemeinschaft, kein klassischer Ort der Begegnung (Club) ist. Jedoch enthält er von alldem ein bisschen. In unseren Vereinsräumlichkeiten werden täglich diverse religiöse, geistige, pädagogische, erzieherische, kulturelle, integrationsfördernde, informative und sportliche Aktivitäten durchgeführt, die für alle Altersgruppen unserer Mitglieder bestimmt sind.

Der Dzemat hat sich strategisch auf folgende Bereiche positioniert:

1. Interne Programme (Aktivitäten mit Mitgliedern innerhalb und ausserhalb des Zentrums), geistlicher, erzieherischer und sozialer Art, sprich Basisarbeit

Dazu gehört grundsätzlich all das, weswegen der Dzemat überhaupt existiert: die täglichen Gebete, die Freitagsgebete, der Ramadan, die Organisation der Wallfahrt nach Mekka, die Bajram-Gebete, freiwillige Gebete, spezielle Programme an besonderen Tagen und Nächten, Religionsunterricht, verschiedene Kurse und Vorträge, Namensgebungen, Beschneidungszeremonie, Heiratszeremonien, Abschiede für diejenigen, die in den Militärdienst gehen, Ein- bzw. Umzüge in eine neue Wohnung oder Haus, verschiedene private und familiäre Bedürfnisse, Tod (Totengebet, Vorbereitung des Verstorbenen, Überführung des Leichnams, Jahrestage etc.), familiäre Feste, sowie gemeinsame Ausflüge und Lager.

2. Arbeit mit Schwesterorganisationen, sowohl auf lokaler als auch nationaler und internationaler Ebene

Es mag eigenartig klingen, dennoch ist es wahr, dass die Muslime heute in der Schweiz, somit auch in Zürich, einen viel höheren Intensitätsgrad bei der Zusammenarbeit mit den hiesigen Institutionen (Staat, Schulen, Kirchen, Gesundheitswesen, Nichtregierungsorganisationen etc.) haben, als innerhalb ihrer eigenen «Islamischen Gemeinschaft». Die Leitung des Dzemat ist sich dessen schon längst bewusst und fördert deshalb mit ihren konstruktiven Aktivitäten die innermuslimische Kooperation.

3. Aktivitäten mit lokalen und nationalen gesellschaftlichen Institutionen, Vereinen und Organisationen

Den Muslimen aus dem Balkan fällt es schwer, sich von ihrem ererbten Bild über die gesellschaftliche bzw. öffentliche Rolle der Dzemat zu trennen. Nach diesem, im Kommunismus etablierten Bild, ist die Moschee nur ein Gotteshaus und der Imam ist nur für das Gebet und die Totenwaschung zuständig, mehr nicht! Da jedoch der Glaube ein wichtiges Segment, bei vielen Menschen das wichtigste, des Lebens ist, sind die Glaubensgemeinschaften in einer freien und demokratischen Gesellschaft aktive Teilhaber an der gesellschaftlichen Prozessen (wobei dies nicht bedeutet, dass sie politische Parteien sind). Alles in allem sind Glaubensgemeinschaften ein wichtiger Teil der Gesellschaft und starke Sozialpartner des Staates. Bekanntlich hat der Islam in der Schweiz keinen geregelten gesellschaftlichen Status, was aber eine Vorbedingung für die Lösung aller anderen «muslimischen» Grundbedürfnisse ist: die Ausbildung von Fachkräften (Imame, Religionslehrer, Psychologen, Pädagogen, Soziologen usw.), soziale Aktivitäten, wie z. B.: Seelsorge, Familienberatungen, Beratungen für Jugendliche, Gewaltprävention, Altersheime, die Frage der Friedhöfe usw.

Es bestehen prinzipiell zwei Arten, wie man sich dem Genannten gegenüberstellen kann. Eine Möglichkeit ist es, in der Gesellschaft Gleichgesinnter immer und immer wieder aufzuzählen, was einem nicht gefällt, zu jammern und zu klagen, andere zu beschuldigen und Verschwörungstheorien zu verbreiten. Oder aber man kann sich selbst (und natürlich anderen) die Probleme und alles was fehlt, beziehungsweise das, womit man unzufrieden ist, vergegenwärtigen und zumindest versuchen etwas zu tun, um die momentane Situation zu verbessern. Der Vorstand des Dzemat hat sich für diesen zweiten Weg entschieden: aktiv sein, reden, vorstellen, Dialog führen, diskutieren, Lobbying usw.

Aus der Geschichte (Meilensteine)

Die ersten Bemühungen zur Gründung eigener islamischen Gemeinschaft in der Agglomeration der Stadt Zürich datieren aus dem Jahre 1989.

Am 19. Mai 1991 wurde der erste Vorstand des neu gegründeten Dzemat «Bosna» gewählt. Dieser Vorstand arbeitete sehr zielstrebig und begab sich auf eine intensive Suche nach adäquaten Vereinsräumlichkeiten. Diese Suche erwies sich als ein kompliziertes und jahrelanges Unterfangen. Man blieb aber hartnäckig und nach vielen gescheiterten Versuchen, wurde man, dank der Hilfe der regionalen Gewerkschaft, im Mai 1992 an der Kohlestrasse 12a in der Industriezone der Stadt Schlieren fündig.

Am 1. Juli 1992 wurde das erste gemeinsame Gebet in eigenen, kurz zuvor angemieteten Räumlichkeiten an der Kohlestrasse 12a verrichtet. Diese Adresse war in den nächsten Jahren ein Ort der Begegnung sowohl für die Bosniaken aus der Schweiz. Der erste Juli wurde zum Gründungsdatum bestimmt.

Am 1. Juli 1998 schloss man einen Kaufvertrag für Räumlichkeiten an der Grabenstrasse 7 im Zentrum von Schlieren ab. Das war aber nicht alles. Im Jahre 2004 nutzte man die Gelegenheit und erwarb weitere Räumlichkeiten mit einer Gesamtfläche von ca. 800 m² an der gleichen Adresse. Somit besitzt unsere Gemeinschaft seit dem 1. Januar 2005, eine nutzbare Fläche von ca. 1`400 m², die einen Waqf-Status (Waqf bezeichnet eine islamische, d.h. öffentliche Stiftung) haben.